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Fest

Montag, 09.Juni 2008
HEILBRONNER STIMME
Autor:  Rudolf Landauer


Bad Wimpfen Brunnen, Gärten und Musik schaffen
mediterranes Ambiente


Das Kleid, das sich die Stauferstadt am Wochenende überstülpt, ist ganz besonders zauberhaft. Mediterran wirkt Bad Wimpfens Altstadt bei der Aktion „Brunnen und Gärten“. Im Brunnendreieck Löwenbrunnen, Adlerbrunnen und Marktplatzbrunnen empfangen hübsche Blumen- und Kräuterarrangements Menschen, die durch die Gassen der Altstadt bummeln und sich gerne von dem charmanten Ambiente einfangen lassen.

Gesicht der Innenstadt Besucher, die zuvor etwa die Landesgartenschau in der Nachbarstadt Bad Rappenau besuchten, erhalten quasi eine Dreingabe. Erstaunlich, wie wandelbar das Gesicht einer Innenstadt ist, wenn Fachleute Hand anlegen und Blumen und Kräuter geschickt an Vorhandenes anpassen. Dazu laden die Plätze bei den drei bekannten Stadtbrunnen ein. Knalliges Rot, grelles Gelb, sattes Grün und Lavendelblau ergänzen sich mit einer fast nicht mehr differenzierbaren Fülle an Gerüchen, die zahlreichen Kräutern und Blumen entströmen, zu einem grandiosen Erlebnis für die Sinne.

Aufmerksam folgt eine Gruppe Ursula Kanssoh-Gaufer aus Oedheim. Die Kräuterexpertin zeigt ihren Gästen Dinge, über die man sonst achtlos und im Wortsinn hinweggeht. „Schauen Sie mal auf die uralten Pflastersteine. In den Fugen entdecken Sie den Breitwegerich“, sagt sie. Der Breitwegerich lebt in sogenannten Trittgesellschaften und übersteht auch harte Belastungen durch Menschenschuhe und Autoreifen. „Breitwegerich ist eine uralte und wirksame Heilpflanze bei Verletzungen und für die Wundheilung“, klärt sie die Zuhörer auf.
Beim Schwibbogentor entdeckt sie in einem Garten einen Walnussbaum. Aus den Blättern lässt sich ein Tee herstellen, der Lymphstaus beseitigt. „Ich gebe zu allem meinen Senf dazu“, sagt ganz selbstbewusst Steffi Weiss aus Schweigern bei Boxberg. Sie übertreibt dabei nicht, ihre vielen selbst gefertigten Senfsorten und Essige passen zu allen Speisen. „Ich bin eine der kleinsten Senfmanufakturen in Deutschland: ein Einfrau-Betrieb“, lacht sie. Wohlklingende Senfe sind darunter. Etwa der Apfel-Meerrettich-Senf oder ein Zitrone-Ingwer-Senf. Oder wie wäre es mit einem Brombeer-, Orangen-, Tomaten- oder Rosenblütenessig?

Glenn-Miller-Sound In der Altstadt duftet und blüht es überall. Das stimmungsvolle Szenario runden exzellente Musiker ab. Am Löwenbrunnen jazzt Wolfis Jazz Gang und bringt die Zuhörer mit dem „Kehrwochen-Blues“ zum Swingen. Vor dem Rathaus packt Check Six, eine Band der US-Air-Force, die Instrumente aus. Zwei Stunden lang begeistern sie die Zuhörer. Sie starten mit dem unverwechselbaren Glenn-Miller-Sound.

Durch Kontakte eines Wimpfeners kam der Besuch der Spitzenband zustande. Die Zuhörer, darunter Bürgermeister Claus Brechter und der Vorsitzende des veranstaltenden Gewerbevereins, Fred Meinka, sind hellauf begeistert. Hartmut und Grete Kellner aus Bochum schwärmen ebenso: „Wir sind begeistert, wir kommen mal wieder nach Bad Wimpfen.“

Foto: Landauer

Heilbronner Stimme