Avesta

lachjoga


Orientalischer Abend

Donnerstag, 19. März 2009
KRAICHGAU STIMME
Autor: Christine Weller


Yoga der besonderen Art löst Verspannungen, stärkt
das Immunsystem und senkt sogar das Herzinfarktrisiko


BAD RAPPENAU
Wer am Dienstag gegen 18.30 Uhr am Bürgerhaus der Stadt vorüberging, mag verdutzt stehen geblieben sein. Durch die geschlossenen Fenster etwas gedämpft drang lautes, rhythmisches Lachen: „Hoho-hahaha, hoho-hahaha.“ Drinnen liefen vier Frauen und ein Mann mit strahlenden Gesichtern im Kreis herum, atmeten tief, hoben und senkten die Arme. Die Gruppe übte das so aufsteigende Lachen. Es gehört zu einer Yoga-Technik, dem sogenannten Lach-Yoga.

TIEFENATMUNG
Jede Sitzung beginnt damit, gefolgt von vielen anderen Lachübungen wie das herzliche Lachen, das stille Lachen, das Löwenlachen, das Ein-Meter-Lachen, das Cocktail-Lachen oder das Rasenmäher-Lachen. Dabei ist der ganze Körper gefordert: Die Übungen basieren auf der Tiefenatmung des Yoga, aber auch auf dem Prinzip der progressiven Muskel-Entspannung. Bewusst herbeigeführtes, angeregtes Lachen kann ganz leicht in echtes Lachen verwandelt werden, wenn es in der Gruppe geübt wird. Lachen ist ansteckend, Lachen ist übertragbar, und es breitet sich unaufhaltsam aus, wenn der Blickkontakt mit den anderen Teilnehmern aufrechterhalten wird. „Ausgiebiges Lachen kann Stresshormone reduzieren, das Immunsystem stärken, Endorphine freisetzen, das Herzinfarktrisiko senken, die Durchblutung und Verdauung anregen, Verspannungen lösen und sogar die Kreativität steigern“, ließ Übungsleiterin Ursula Kanssoh-Gaufer ihre Eleven wissen. Die Kombination von Lachen und Yoga wurde 1995 von dem indischen Arzt Madan Kataria in Bombay entwickelt. Als er einen Artikel mit dem Titel „Lachen ist gesund“ verfassen wollte, kam ihm die Idee, einen Lachklub zu gründen. Er ging in einen Park und fing an, Witze zu erzählen. Die Leute lachten, kamen wieder, aber nach zwei Wochen war der Vorrat an Witzen erschöpft. Der Arzt musste sich etwas Neues einfallen assen, um die Leute, die inzwischen ferngeblieben waren, zurückzuholen und wieder zum Lachen zu bringen. Warum nicht Lachen und Yoga miteinander verbinden, fragte er sich und entwickelte Übungen.

GETRÄNKE SCHÜTTELN
„Einatmen, strecken und beim Ausatmen die Glieder fallen lassen“, forderte Kanssoh-Gaufer die Gruppe auf. „Und jetzt stellt euch vor, ihr schüttelt einen Drink, zuerst einen ganz großen, danach einen Likör, ganz schnell.“ Prustend schüttelten die Teilnehmer in steigendem Tempo imaginäre Getränke. Anschließendwurde Rücken an Rücken das Bärenkratzen geübt. Wieder brandete befreiendes Gelächter auf. Kreativ entwickelte die Gruppe eigene Übungen wie das Maultaschenlachen und anderes mehr. Als sich die Lachschüler, die sich vorher nicht gekannt hatten, am Schluss verabschiedeten, freuten sie sich bereits auf das nächste Mal.